
Foto: Jim Four
Das legendäre London Jazz Composers Orchestra war mehr als 30 Jahre an der Spitze der improvisierten Musik. In der Band spielten europäische Topmusiker sowohl aus dem Jazzbereich als auch aus der klassischen Musik. Das in Nordamerika und Europa gefeierte Orchester ist ein Who’s Who der meisterhaften Improvisationsmusiker und untersucht die Beziehung und Spannung zwischen komponierter und improvisierter Musik und zwischen neuer Musik und Jazz. Die Kompositionen des Leiters Barry Guy liefern ein Gerüst für die explosiven Soli und kollektiven Improvisationen der Musiker.
„Das London Jazz Composers Orchestra” ist eine Band aus Solisten und alle spielen mit Leib und Seele. Es gibt keine Mitläufer. Bei Konzerten des „London Jazz Composers Orchestra” geht es ebenso sehr um die physische Macht der Musik, wie auch um die musikalischen Informationen - ein Portrait der Zukunft.”
Barry Guy
„…Man wird als Zuhörer in einen Schaffensprozess hineingerissen, hat Anteil am Schöpferischen, am Werden - ständig entsteht die Musik neu, man gewinnt nicht den Eindruck von etwas Fertigem, es ist ein ständiges Geborenwerden von Tönen und Klängen…”
22. 05. 2008, Schaffhausener Nachrichten, Alfred Wüger,

Foto: Francesca Pfeffer
Barry Guy und das London Jazz Composers Orchestra
Barry Guy, geboren 1947 in London, zählt zu den innovativsten Kontrabassspielern und Komponisten. Durch seine kreative Vielfältigkeit und mit seiner Begeisterung für das Experimentelle wurde Barry Guy zu einem wesentlichen Neuerer der Improvisierten Musik. Seine Suche nach dem Ideal der musikalischen Kommunikation liess ihn 1970 zum Gründer des berühmten London Jazz Composers Orchestra (LJCO) werden, für das er auch einen Grossteil der Kompositionen schreibt. Sein profundes und innovatives Schaffen spiegelt sich in einer aussergewöhnlichen Serie von Kompositionen für Kammermusikensembles und grosses Orchester. Als Solist hat Barry Guy die Technik für das Kontrabassspiel radikal erweitert und neue Massstäbe gesetzt. Musiker wie Evan Parker, Barre Phillips, Irène Schweizer, Marilyn Crispell, Mats Gustafsson und viele andere schätzen ihn als langjährigen Partner in den unterschiedlichsten Formationen und Projekten. 1999 war er “Composer in Residence” in München, 2001 in Halifax (Kanada) und 2003 im Davos Festival wo er einige seiner Werke und eine Auftragskomposition aufführte. Seine Karriere begann Barry Guy aber als Kontrabassist der renommierten “Academy of Ancient Music”, in der er 12 Jahre Mitglied war. Er ist heute noch einer der gesuchtesten Spezialisten für barockes Kontrabassspiel. So erstaunt es nicht, dass Barry Guy sehr an der Verbindung dieser beiden Musikarten, zwischen denen er starke Affinitäten sieht, interessiert ist.
Neben der Improvisation nimmt für Barry Guy aber auch die Komposition einen breiten Raum ein. Ausser den grossangelegten Orchesterwerken für das London Jazz Composers Orchestra und das “Barry Guy New Orchestra” (BGNO) - komponierte er unter anderem für das City of London Sinfonia Orchester “After the Rain” (1992) und Concerto for Orchestra - “Fallingwater” uraufgeführt in London im Oktober 1996, für das Hilliard Ensemble “Coup de Dés” (aufgenommen auf CD für ECM), für Fretwork “Buzz” ,für das Cello Ensemble der Academy of St.Martin in the Field “Look Up”., für Thomas und Patrik Demenga “Redshift” (ebenfalls auf ECM) und “Folio” für Streichorchester und Solisten, das Ende 2005 mit dem Münchner Kammerorchester unter der Leitung von Christoph Poppen auf ECM erschienen ist.

Foto: Francesca Pfeffer, Gutzeit-Musik
Conny Bauer
Conny Bauer (geb. 1943 in Halle an der Saale), gilt als einer der bedeutendsten europäischen Posaunisten. Er war seit Anfang der 70er Gründungsmitglied zahlreicher Gruppen, zum Beispiel “Exis”, “FEZ”, “Konrad Bauer Quartett”, “Bauer- Sommer- Kowald- Trio”, “Doppelmoppel”, Zentralquartett” und Initiater der Big Band “Klangprojekt 86″. 1974 gab Bauer sein erstes Solokonzert auf der Posaune. Bis zum heutigen Tag, seit nunmehr 35 Jahren, forscht und experimentiert er an und mit diesem Instrument und erschließt sich und seinem Publikum immer neue Klangwelten.
Seine Solomusik wurde auf 6 CDs dokumentiert. Bauer wurde mit dem SWR- Jazzpreis (2004) und dem Verdienstorden des Landes Berlin (1994) ausgezeichnet. Gastspiele führten ihn um die ganze Welt.
Conny Bauer spielte unter anderem bei der Graham Collier Bigband und der NDR- Bigband, dem European Jazzensemble, der Joachim Kühn- Jubilee Band, dem Creativ Music Orchestra USA/ Canada, dem East Asia Orchestra in Japan und dem Globe Unity Orchestra.
Unzählige Tourneen führten ihn mit renomierten Musikern zusammen wie Butch Morris, Micha Mengelberg, Antony Braxton, George Lewis, Louis Sclavis, Joachim Kühn, Ernst Reijseger, Irene Schweizer, Barre Phillips und vielen anderen.
Grossartig improvisierende Instrumentalisten
“Das siebzehnköpfige Orchester entwickelt einen sehr individuellen Klang, eine Art orchestrale Identität, ähnlich derjenigen des legendären Ellington-Orchesters. Guys Kompositionen haftet oft ein romantischer Gestus an. Sie strahlen eine Ruhe; aus, die im krassen Gegensatz zu den vielen solistischen Statements der grossartig improvisierenden Instrumentalisten steht.”
Nick Liebmann, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, Zürich
CD Produktionen
mit Conny Bauer
„Theoria feat. Irène Schweizer, Piano”, 1991
„Study II, Stringer”, 2006
Die Neue CD