Zentralquartett

Conny Bauer (tb), Ernst-Ludwig Petrowsky (sax, cl), Ulrich Gumpert (p), Günter „Baby” Sommer (dr)

Foto: Anne Silbereisen, Gutzeit-Musik

In der Musik des Zentralquartetts lebt Gegenwärtiges wie auch Vergangenes. Vier Musikerpersönlichkeiten sprechen mit ihren Instrumenten für sich. Sie haben Entwicklungen mitgestaltet und Neues in Bewegung gesetzt. Damals, 1973 gegründet, hieß die Gruppe „Synopsis”. Ende der siebziger Jahre hatten sie sich bereits in die internationale Szene der Improvisation kräftig eingemischt und dem DDR-Jazz einen anerkannten, festen Platz erspielt. Dann ging jeder der Vier eigene Wege, ohne daß man sich jedoch aus den Augen verlor. Während eines von Conny Bauer konzipierten DDR - Jazz Weekends in Paris im Mai 1984 kam es zur Produktion der LP „Günter Sommer et Trois Vieux Amis:Ascenseur Pour Le 28″ und zur Neuformierung eines Quartetts, des Zentralquartetts.

Die Musik ist durch langjährige gemeinsame wie auch solistische Erfahrung von traumhafter Sicherheit im improvisierten Zusammenspiel geprägt, doch noch immer gut für musikalische Überraschungen. Es beeindruckt, wie immer wieder phantastische Klanggebilde geschaffen werden, durchdrungen von Witz und Ironie, dargeboten mit erfrischender Spielfreude.

Ulrich Gumpert

Ulrich Gumpert (geb. 1945 in Jena), Pianist, Organist und Komponist lebt in Berlin. Er spielte seit den späten 1960er Jahren in diversen Bands von Klaus Lenz, bei “SOK”, bei “Synopsis”, im Trio mit Rado Malfatti und Tony Oxley, tourte unter anderem mit Steve Lacy, John Tchicai und Peter Brötzmann. Er schrieb Musik für Theater, Hörspiel und Film (Tatort- Krimis) und ist gegenwärtig aktiv unter anderem im “Ulrich Gumpert Quartett”, mit “B3 Spezial”, dem “Zentralquartett” und der “Ulrich Gumpert Workshop Band”. 2005 wurde er mit dem “Albert Mangelsdorff-Preis” ausgezeichnet.

Ernst-Ludwig Petrowsky

Ernst-Ludwig Petrowsky (geb. 1933 in Güstrow), ist sowohl Saxophonist, Flötist und Klarinettist als auch Komponist und Autor. Er spielt seit den 1950er Jahren in verschiedenen Formationen wie dem “Manfred- Ludwig-Sextett”, “SOK”, den “Gumpert Workshop Bands”, der “George Gruntz Concert Jazz Band, dem Ensemble “Günter Lenz Springtime”, dem “European Jazz Ensemble”, dem “Tony Oxley Celebration Orchestra” und dem “Globe Unity Orchestra”. Außerdem musizierte er mit Künstlern wie Dorothy Ellison, Ruth Hohmann, Klaus Koch und arbeitet mit Joachim Kühn, Uschi Brünning und in seinem “New Old Luten Trio”. Mit Christian Lillinger und Elan Pauer zusammen. Petrowsky war Träger des Nationalpreises der DDR und wurde 1997 mit dem “Albert Mangelsdorff- Preis” ausgezeichnet.

Günter Baby Sommer

Günter Baby Sommer (geb. 1943 in Dresden), studierte in Dresden Schlagzeug und ist einer der international profilierten Schlagzeuger und Perkussionisten. Er hatte Begegnungen und Auftritte mit Musikern wie Peter Brötzmann, Alexander von Schlippenbach, Peter Kowald , Evan Parker und Cecil Taylor. Sommer war wichtiger Bestandteil im Trio von Ernst-Ludwig Petrowksy, in der Gruppe „Synopsis“ – dem späteren „Zentralquartett“, in der „Ulrich Gumpert Workshop Band“ und im „Kowald-Smith-Sommer-Trio“. Er ist als Solo-Musiker und in diversen Musikformationen wie dem „Wadada Leo Smith & Günter Baby-Duo“, dem „Baby Sommer Quartett“ und der „Günter Baby Sommer French Connection“ aktiv. Sommers Solospiel sensibilisierte ihn für Kolloborationen mit Schriftstellern wie Günter Grass und Rafik Schami. Er ist seit 1995 außerdem als Professor an der Musikhochschule in Dresden tätig.

Conny Bauer

Konrad “Conny” Bauer (geb. 1943 in Halle an der Saale), gilt als einer der bedeutendsten europäischen Posaunisten. Er war seit Anfang der 70er Gründungsmitglied zahlreicher Gruppen, z.B. “Exis”, “FEZ”, “Konrad Bauer- Quartett”, “Bauer-Sommer-Kowald-Trio”, Doppelmoppel”, “Zentralquartett” und Initiator der Big Band “Klangprojekt 86″.

Seit 1974 gibt Conny Bauer Solokonzerte. Die Entwicklung seiner Solomusik ist auf drei LPs und drei CDs dokumentiert. Sein Spiel kann als virtuos, technisch perfekt und wohl durchdacht bezeichnet werden - dabei niemals „fertig”, die ständige Arbeit erschließt immer wieder neue Ausdrucksmöglichkeiten.


„Wenn die «Old Friends» für die Quersumme des westdeutschen Jazz stehen, dann verkörpern Conny Bauer, Ulrich Gumpert, Ernst-Ludwig Petrowsky und Günter Sommer so etwas wie den grössten gemeinsamen Nenner aller ostdeutschen Improvisatoren…”

rk, Jazzthing, Nov 01/Jan. 02

„Wie niemand sonst in Deutschland haben Uli Gumpert, p, Konrad Bauer, tb, Ernst-Ludwig Petrowsky, reeds, und Baby Sommer, dr, einen eigenständigen Stil entwickelt, der lässig Elemente der Folkore, des freien und des traditionellen Jazz verknüpft. Den Vieren sitzt stets der Schalk im Nacken, auch wenn sie ernsthafte, gewichtige Soli liefern [...] Im Zentralquartett finden sich vier Individualisten zu einer, wie Bert Noglik im Booklet schreibt, «musikalisch-konspirativen Vereinigung».”

Reiner Kobe, Jazzpodium, Stuttgart, November 2001

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CD- Produktionen



……“11 Songs- aus teutschen Landen”

2005, Zentralquartett,

Conny Bauer (tb), Ernst-Ludwig Petrowsky (sax, cl), Ulrich Gumpert (p), Günter Baby Sommer (dr)



……“Zentralquartett”

2001, Zentralquartett,

Conny Bauer (tb), Ernst-Ludwig Petrowsky (sax, cl), Ulrich Gumpert (p), Günter Baby Sommer (dr)



……“Careless Love”

1998, Zentralquartett,

Conny Bauer (tb), Ernst-Ludwig Petrowsky (sax, cl), Ulrich Gumpert (p), Günter Baby Sommer (dr)



……“Plié”

1994, Zentralquartett,

Conny Bauer (tb), Ernst-Ludwig Petrowsky (sax, cl), Ulrich Gumpert (p), Günter Baby Sommer (dr)




……“Auf der Elbe schwimmt ein rosa Krokodil”

1974, LP, Synopsis

2008, CD, Neuauflage, Zentralquartett

Conny Bauer (tb), Ernst-Ludwig Petrowsky (sax, cl), Ulrich Gumpert (p), Günter Baby Sommer (dr)